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  • Nicht euer Humor, sondern unsere Realität

    Nicht euer Humor, sondern unsere Realität

    Mit Satire und Ironie kann nicht jeder umgehen – das erfordert Intelligenz. Wer das nicht hat, sollte lieber bei seinen flachen, infantilen Witzen bleiben. Hört auf, offensichtliche Halb-Trotteln, die an der Grenze zur geistigen Behinderung stehen, so viel Aufmerksamkeit zu schenken und kümmert euch endlich um echte Probleme! Wem die Belange von Menschen mit Behinderungen wirklich am Herzen liegen, der sollte:

    • dafür kämpfen, dass sie fair bezahlt werden, statt in Behindertenwerkstätten ausgebeutet zu werden,

    • barrierefreie Infrastrukturen fordern, damit Menschen mit Behinderungen überhaupt an der Gesellschaft teilhaben können,

    • sich für mehr behindertengerechte Wohnungen einsetzen,

    • gegen Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt protestieren und

    • für eine menschenwürdige Pflege kämpfen!

    Im Gegensatz zu anderen vermeintlichen Randgruppen haben Menschen mit Behinderungen wenig davon, wenn man sie nur politisch korrekt anspricht, während ihr Umfeld gar nicht darauf ausgelegt ist, sie wirklich in die Gesellschaft einzubinden. Es bringt uns nichts, höflich behandelt zu werden, wenn die Welt um uns herum uns weiterhin ausschließt.

    Unser wahres Problem sind die alltäglichen Hürden, die unsere Lebensqualität bestimmen. Deswegen können wir uns solche Banalitäten nicht leisten! Nenn mich ruhig ‚der Rollstuhl‘, solange ich im Winter jedes Restaurant betreten kann, ohne vor Treppen zu stehen. Du darfst mich gerne ‚behindert‘ nennen, wenn ausreichend barrierefreie Toiletten vorhanden sind. Sag meinetwegen ’nicht normal‘ zu mir, solange ich ohne Probleme auf der anderen Straßenseite fahren kann.

    Serdar Somuncu sagte einmal: „Jede Minderheit hat das Recht auf Diskriminierung.“ Für uns Menschen mit Behinderungen bedeutet das, dass wir oft so wenig Beachtung in der Gesellschaft finden, dass wir fast dankbar sind, wenn wir überhaupt mal auf humorvolle Weise erwähnt werden. Unsere Toleranz für Humor ist daher oft höher als die von Menschen, die nicht betroffen sind – einfach, weil wir froh sind, wenigstens auf diese Weise mal berücksichtigt zu werden. Viele von uns haben deshalb ein dickes Fell entwickelt. Trotzdem sind wir nicht alle derselben Meinung: Manche von uns empfinden bestimmte Witze als verletzend, während andere gut damit umgehen können und sogar darüber lachen.

    Macht euch lieber darüber Gedanken, anstatt ständig darüber zu diskutieren, welche Worte man tabuisieren sollte oder welche dummen Witze einen Aufschrei verdienen. Es geht nicht um Witze, die wir nicht hören wollen, sondern um unsere Realität, die ihr nicht sehen wollt.

  • Und was ist mit Syrien?

    Und was ist mit Syrien?

    Griechenland, Ukraine, Russland, Deutschland, Israel, Ägypten, Saudi-Arabien und die USA haben angeboten, die Menschen zu unterstützen, die bei dem verheerenden Erdbeben, in der türkisch-syrischen Grenzregion auf Hilfe angewiesen sind. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat unmittelbar danach sich zu Wort gemeldet und rief vor mehreren Stunden eine einwöchige Staatstrauer aus. Auch in Europa, wo viele Türken seit mehreren Generationen leben, wurde innerhalb weniger Stunden sehr viele Spenden gesammelt und Hilfsgüter organisiert, um sie in die Türkei zu schicken. Es ist bemerkenswert und lobenswert, was die türkischen Bürger sowohl im Land als auch außerhalb des Landes bisher für ihre Landsleute ausrichten konnten. Doch was ist mit Syrien?

    Keine Rede ans eigene Volk

    Während andere Präsidenten, wie Wolodymyr Selenskyj auch ihre Hilfe anbieten, obwohl der Krieg in der Ukraine noch herrscht, schafft es der syrische Präsident Bashar Al-Assad nicht mal eine Rede an das eigene Volk zu richten. Die einzigen, die sich in Syrien zu Wort melden, sind Hilfsorganisationen wie die Weißhelme und das syrische Kabinett. Erst 24 Stunden nach der Katastrophe, forderte das syrische Kabinett in Damaskus nach internationaler Hilfe.

    Kein Leid sollte gegeneinander aufgerechnet werden

    Hinzu kommt die Problematik der politischen Spannungen innerhalb des Landes. Das syrische Kabinett spricht über die dramatischen Zerstörungen in der Stadt Idlib, die sich im Nordwesten von Syrien befindet, aber über die Stadt Afrin, die überwiegend von Kurden bevölkert wird und näher am Epizentrum liegt, wurde kein Wort verloren. Dasselbe gilt auch für diverse Vororte von Aleppo. Dort leben sehr viele Flüchtlinge, die innerhalb ihres Landes geflohen sind und bis vor kurzem in Auffanglager gelebt haben, die nun nach dem Beben nicht mehr bewohnbar sind. An solchen Tagen sollte weder die Ethnie, noch die Konfession oder Volkszugehörigkeit eine Rolle spielen. Deshalb ist es wichtig, dass alle benannt werden und nicht nur vereinzelte Regionen oder Volksgruppen. Da in der Berichtserstattung von Syrien bisher noch keine presse-tauglichen Großaufnahmen gemacht werden konnten, gehen viele davon aus, dass es in dieser Region nicht so schlimme Auswirkungen gab. Dabei vergessen diese Personen, dass die Menschen in Syrien nicht einfach zur nächsten Stadt fahren können, um sich aufzuwärmen, Wasser zu besorgen oder Strom zu organisieren. Das Land war bereits zerstört und wurde jetzt quasi dem Erdboden gleich gemacht. Daher ist es umso trauriger, dass weder etwas nach außen noch nach innen dringen kann.

    Syriens fehlende Strukturen

    Syrien ist ein Land, welches sich seit inzwischen 12 Jahren in einem Kriegszustand befindet. Es ist nicht so wie der Krieg in der Ukraine, in dem früh festgelegt worden ist, wer die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind. Es ist auch nicht wie im Iran, in der viele Frauen weltweit sich mit den Protesten solidarisch zeigen konnten. Syrien wird von mehreren verschiedenen Milizen kontrolliert und hat kein funktionierendes System. Zwischen jedem Ort gibt es sogenannte Check-Points, die man nicht ohne weiteres überqueren kann. Es gibt Familien, die sich deshalb seit Jahren nicht gesehen haben und nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können. Diese Menschen haben es trotz dessen irgendwie geschafft, mit der Lage umzugehen. Doch nach diesem fatalen Erdbeben ist das Leben in diesen Gebieten unmöglich geworden. Vorher war es bereits eine Herausforderung genügend Strom und Wasser zu haben, doch nun ist es fast unmöglich. Das ist mit einer der Gründe, warum in den Medien die Bilder aus der Türkei so präsent sind, aber kaum was aus Syrien nach außen dringt. Das Ausmaß der Zerstörung ist besorgniserregend groß und bis jetzt sind unzählige Menschen unter diesen Trümmern begraben. Es gibt nicht genügend Hilfskräfte, um die Opfer zu bergen, nichts ist gewährleistet und die Grenzen sind seitens der türkischen Regierung verschlossen. Unter diesen Voraussetzungen ist es sehr schwierig, Hilfe in Syrien zu leisten.

    Die syrische Bevölkerung erschüttert nichts mehr

    Die letzten noch stehenden Gebäude sind vielleicht noch zu erschüttern, doch leider erschüttert die syrische Bevölkerung nichts mehr! Aus der türkischen Berichtserstattung wird gezeigt, wie sogar Tiere gerettet, während in Syrien unklar ist, ob noch lebende Menschen geborgt werden können. Das zeigt wiederum deutlich, welches Bewusstsein die türkische Bevölkerung zu Zerstörung und Leid hat, während in Syrien das quasi mittlerweile zur Tagesordnung gehört. Die Menschen in Syrien sind im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr am Leben, sondern nur noch am Überleben.

  • Freiheit ist das, was man uns antut

    Freiheit ist das, was man uns antut

    In süßen Duft der Freiheit neigen wir manchmal zu Ersticken

    Zu viele Optionen und Alternativen, die uns erdrücken

    Getrennt oder zusammen?

    Diese Frage stellt sich nicht nur, wenn wir die Rechnung verlangen

    Kennenlernen oder gleich blockieren?

    Wir haben keine Zeit zu verlieren

    Wegschmeißen, statt reparieren

    Das ist, was wir präferieren

    Wir lieben Kopien, statt Originale

    Und tun so, als hätten wir eine harte Schale

    Unser Vertrauen und unsere Loyalität

    Teilen wir lieber mit der virtuellen Welt

    Ist es der Stolz oder doch die Ignoranz

    Wir verstecken uns viel zu oft hinter falscher Toleranz

    Sind es die Unsicherheiten, die wir mit uns tragen?

    Oder doch Angst vor der Antwort auf die Frage:

    Brauche ich dich, oder will ich dich einfach nur haben,

    Um dann zu sagen, dass die anderen falsch lagen?

    In der Blüte des Lichts würden wir den Wert vielleicht erkennen

    Doch das Einzige, was wir können, ist den Preis zu benennen

    Die Einzigartigkeit liegt im Auge des Betrachters

    Unsere Generation sieht nur das Laster

    Vielleicht bist du nicht auf der Suche nach einem modernen Gerät, das oft im Einsatz ist

    Vielleicht ist es eher die Antiquität, die selten zu finden ist

    Wir wollen das Risiko minimieren

    Nicht zu viel investieren

    Maximalen Erfolg generieren

    Von Gutmütigkeit profitieren

    Andere reduzieren,

    Um es sich zu leisten, sich ausschließlich zu amüsieren

    Und das als Naivität deklarieren,

    Wenn andere sich nicht daran orientieren

    Es gibt Menschen, die deine Welt aus den Angeln reißen,

    Doch leider sind wir zu beschäftigt und möchten uns selbst das Gegenteil beweisen

    Es gibt Momente, da muss man sich beugen,

    Das ist nicht zu leugnen

    Es ist die Anziehungskraft,

    Die einen fertig macht

    Manchmal ist jemand Feuer und der andere nur eine Flamme

    Dachtest du, du kannst ihr entkommen?

    Nur ein Bruchteil aus Aktionen, sind wir ein Bild, auf das wir blicken

    Welches wir dann posten oder dem anderen schicken

    Wir wehen dahin, wie ein vertrocknetes Blatt

    Und wissen nicht, was der nächste Niederschlag mit uns macht

    Lande ich wieder auf ein Haufen Laub,

    Oder kann ich Wurzeln schlagen, wenn ich nur fest dran glaub?

    Kann ich mich ohne zu beugen, ein Leben lang binden?

    Oder wachse ich ein lebenslang hinein, ohne Reue zu empfinden?

    Liebe ist keine Einzelhaft

    Ihr Name ist nicht Alcatraz

    Wir wissen genau, wer und was uns gut tut

    Doch Freiheit ist das, was man uns antut

  • Wahre Schönheit kommt von drinnen

    Wahre Schönheit kommt von drinnen

    Die Tür fällt ins Schloss, nach dem der Paketboote diese Woche schon das dritte Paket bei mir abgegeben hat. Hyaluronserum, Retinol Creme, Algen Maske, chemisches AHA Peeling, Kreatin Kur für die Haare und alles, um ‚schön‘ aussehen zu wollen. Während ich hier sitze und all diese Fläschchen, Döschen und Pröbchen betrachte, frage ich mich, wie viel Zeit ich bei all diesen angelernten Skills, bezüglich Inhaltsstoffe bzw. Wirkstoffe, chemischen Zusammensetzungen, Hautbeschaffenheit oder pH-Werte vergeudet habe? Ganz zu schweigen von dem Geld. Ich frage mich, wie gut ich wohl in der Schule oder im Studium gewesen wäre, wenn ich dieselbe Motivation aufgewendet hätte, wie hier zum Thema Beauty? Wieso steckt in uns Menschen ständig der Druck, schön sein zu wollen?

    Was erwarten Menschen eigentlich von Schönheitsprodukten?

    Paradoxerweise weiß ich genau, dass ich all das nicht brauche, oder anders gesagt brauchen sollte. Mit der Menge an all diesen Produkten, könnte vermutlich einen Salon führen. Nach langem ein und aussortieren dieser Produkte kam mir die Erkenntnis. Es geht primär nicht, um die Angst zu altern, oder die Annahme, nicht mehr so attraktiv auf andere zu wirken. Auch die Produkthersteller oder die Werbungen sind nicht in erster Linie dafür verantwortlich, warum ich glaube all das zu brauchen. Es ist dasselbe Gefühl erwecken zu wollen, wie damals, als man zum ersten Mal den Haarglätter für sich entdeckt hat und nicht mehr mit der Harry Potter Figur Hagrid sich verglichen hat. Oder sich anfing zu rasieren, den Bart zu stutzen oder die Augenbrauen zu zupfen. Der Moment, als die pechschwarze Mascara die Wimpern solang und ausdrucksstark aussehen lassen haben, sodass die eigene Augenfarbe viel mehr zum Ausdruck kam. Die Creme, die nach kurzer Zeit die Pickelchen verschwinden lassen hat. All die ersten Male, als wir Kosmetiker oder Haarprodukte ausprobierten, die uns selbst das Gefühl vermittelt haben, schön zu sein. Dieses Gefühl, welches das Selbstwert steigern ließ, das Selbstbewusstsein förderte und in gewisser Weise Mut verliehen hat. All das erwarten Menschen von einem Schönheitsprodukt. Natürlich ist das eine utopische Vorstellung, die wir von einem Produkt erwarten.

    Schönheit kommt von innen

    Wir wollen uns in erster Linie schön finden. Erst dann ist es möglich, von anderen Komplimente anzunehmen. Selbstverständlich liegt Schönheit im Auge des Betrachters und ja, jeder Mensch ist auf seine eigene Weise schön usw. Wir kennen all diese Sprüche, die wir einander sagen, um sich besser zu fühlen. Klar, Schönheit kommt in erster Linie von Innen, aber nicht so wie es viele auffassen in Form von Aufrichtigkeit, ein großes Herz, Empathie oder Hilfsbereitschaft. Derjenige, der dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, gehört am Intimbereich gewachst. Warum sonst haben sonst ignorante, von sich selbst besessene, egomanische, narzisstische Menschen so viel Erfolg auf dem Single-Markt? Die Antwort ist, dass solche Menschen sich unwiderstehlich finden und genau dieses Gefühl vermitteln sie auch ihrer Umwelt. Das bringt viele Leute dazu, diesen Mensch ebenfalls als attraktiv wahrzunehmen, auch wenn dieser überhaupt nicht dem Schönheitsideal entspricht. Da spielt es dann keine Rolle, ob die Person paar Kilos zu viel, paar Haare zu wenig oder paar Zentimeter zu klein ist. Aufgrund der Tatsache, dass diese Menschen so selbstüberzeugt sind, entsteht dadurch eine Art Gaslighting. Die Manipulation über die Wahrnehmung ihres Erscheinungsbildes ist so ausgeprägt, sodass die andere Person tatsächlich an der eigenen Vorstellung von wahrer Schönheit zweifeln lässt.

    „Leute machen Kleider“, oder wie ging der Spruch nochmal?

    Ähnlich ist es auch bei Modetrends. Jetzt mal Hand aufs Herz, wer hätte je gedacht, dass die Jogginghose, die nach Karl Lagerfelds Aussage, das Textilstück des ultimativen Scheiterns ist, sich mittlerweile als Nachfolger der beliebten Jeanshose entpuppt hat? Lange vor Corona haben die Menschen angefangen immer öfter Jogginghosen zu tragen, da jeder eingesehen hat, dass sie einfach praktisch sind und sie mittlerweile sowohl elegant als auch lässig getragen werden können. Ähnlich ist es auch bei Menschen, denn wer möchte ständig auf jemanden warten müssen, der ewig brauch, bis dieser sich fertig gemacht hat? Und das gilt sowohl für Frauen als auch Männer.

    „Scheiß darauf, ich lege ein Filter darüber.“

    Zum Thema Schönheit darf der Punkt Fotos natürlich nicht fehlen. Wann habt ihr das letzte Mal ein Bild von euch selbst gepostet, ohne einen Filter oder eine Bildbearbeitungsapp verwendet zu haben? Ja, ich kann ehrlicherweise diese Frage auch nicht konkret beantworten, weil es einfach zu lange her ist. Ich kann es auch niemanden verübeln, da man auf Social – Media Plattformen quasi gezwungen wird, genauso perfekt aussehen zu müssen, wie jene Menschen, die im Monat mehrere Hundert Euros für Bearbeitungsapps und tausende Euros für Schönheitsoperationen ausgeben. Das Gefährliche daran ist nicht das verzerrte Bild dieser Menschen oder die Risiken der Operationen, sondern, dass es in vielen Gesellschaften total normalisiert wurde, nicht mit dem zufrieden zu sein, wie man ist.

    Die Mir-Egal-Haltung

    Überzeugt von diesen neuen Erkenntnissen, druckte ich die Retourscheine aus, um mehr als die Hälfte der Produkte wieder zurückzuschicken. Ja, ich könnte der Industrie, der Werbung oder der Gesellschaft die Schuld in die Schuhe schieben, weshalb ich immer noch ein Opfer des Kapitalismus bin. Doch das wäre noch falscher als die Versprechungen, die auf diesen Produkten groß aufgedruckt worden sind. Es heißt Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber sind wir es nicht, die uns täglich selbst im Spiegel betrachten? Am Tag darauf kam der Paketboote erneut, um die Pakete wieder abzuholen. Ich war noch in meinem Pyjama, hatte meine Haare in einem zerzausten Dutt und ich meine sogar noch paar Kaffeeflecken auf dem Oberteil gehabt zu haben, als er vor meiner Wohnungstür stand. Ich öffnete die Tür und lächelte, während er mich auch anlächelte und sagte: „Sie sehen heute richtig entspannt aus.“ Tatsächlich war ich es auch, ich arbeitete an diesen Text und es war mir egal wie ich aussehe. Wenn ich doch nur vor jedem Menschen so selbstbewusst diese „Mir-Egal-Haltung“ aufrechterhalten könnte! Als die Tür erneut ins Schloss fiel, wurde mir bewusst, dass nach meiner eigenen Familie, der Paketboote der einzige Mensch ist, der mich bisher in allen Lebenslagen sehen durfte, ohne das ich darüber nachdachte, wie ich wohl aussehe.

  • Erê, ich will!

    Erê, ich will!

    Wenn die Eheschließung zum politischen Diskurs über Integration wird

    „War ja klar, dass du am Ende doch einen Kurden/eine Kurdin heiratest.“

    Solche Kommentare kommen häufig ausgerechnet von Menschen, die selbst in der Diaspora leben und ernsthaft meinen, eines der größten Indizien für Modernität sei die Beziehung mit einem Nicht-Kurden. Doch stimmt das?

    Offenbar existiert da draußen irgendwo ein Integrations-TÜV, von dem ich bisher nichts wusste. Deutsch sprechen: bestanden. Ausbildung oder Studium: bestanden. Arbeiten, Steuern zahlen, einen Freund oder eine Freundin aus einem anderen Herkunftsland haben: alles wunderbar.

    Aber dann heiratest du einen Kurden und plötzlich leuchtet die Warnlampe:

    „Schade. War wohl doch nichts mit der Integration. Du bist ja doch nur ein dummer Bauer, der auf Mama und Papa hört.“

    Wer bestimmt eigentlich, was modern ist?

    Genau hier möchte ich eine einfache Frage stellen: Wenn zwei Deutsche sich kennenlernen, verlieben und heiraten, würde irgendjemand ernsthaft danebenstehen und fragen, warum sie bei der Partnerwahl nicht etwas weltoffener waren?

    Natürlich nicht.

    Wenn zwei Menschen mit Migrationsgeschichte dasselbe tun, verändert sich erstaunlich schnell die Interpretation. Plötzlich steht nicht mehr die Beziehung im Mittelpunkt, sondern die Herkunft. Dann fallen Begriffe wie „traditionell“, „konservativ“ oder gleich „rückständig“.

    Besonders ironisch ist, dass solche Urteile ausgerechnet häufig von Menschen kommen, die sich selbst für ausgesprochen offen, modern und progressiv halten.

    Kultur? Sehr gerne.

    Aber bitte die richtige.

    Matcha Latte to go, Sushi-Date, Babyshower oder Gender-Reveal-Party? Modern, international, selbstverständlich. Da wird importiert, dekoriert, konsumiert und anschließend natürlich gepostet.

    Sobald Kultur jedoch nicht aus irgendeinem Trendregal stammt, sondern tatsächlich gelebt wird und die eigene Sprache, Familie, Partnerwahl oder Identität prägt, wird aus vermeintlicher Weltoffenheit erstaunlich schnell Unbehagen.

    Kulturelle Vielfalt ist offenbar besonders attraktiv, solange sie sich kaufen, fotografieren und anschließend wieder wegräumen lässt.

    Das Eigene dauerhaft zu leben, ist dagegen plötzlich verdächtig.

    Besonders bemerkenswert wird es am kurdischen Beispiel. Bei uns scheint sich die absurde Vorstellung festgesetzt zu haben, alles Eigene möglichst weit von sich wegschieben zu müssen, um am Puls der Zeit zu leben.

    Es grenzt schon an Selbstkasteiung, wie normal es für viele geworden ist, sich von Sprache, Tradition und Herkunft emanzipieren zu müssen, um überhaupt als angekommen zu gelten.

    Natürlich fällt ein solches Verhalten nicht vom Himmel. Wer über Generationen erlebt hat, dass die eigene Sprache eingeschränkt, die eigene Identität politisiert und das eigene Kurdischsein zum Problem erklärt wurde, beginnt irgendwann selbst damit, diese Abwertung an die nächste Generation weiterzugeben.

    Mich erinnert das an einen Satz aus The Fresh Prince of Bel-Air:

    „Wir haben so sehr darauf geachtet, dass unsere Kinder das haben, was wir nicht hatten, und dabei vergessen, ihnen das mitzugeben, was wir hatten.“

    Womöglich liegt genau darin eine unserer bittersten Realitäten: Aus Angst, unsere Kinder könnten wegen ihres Kurdischseins dieselben Nachteile erfahren wie wir, bringen wir ihnen irgendwann selbst bei, davon möglichst wenig zu zeigen.

    Ankommen, ohne sich aufzugeben

    Integration bedeutet für mich, Teil einer Gesellschaft zu sein – nicht, sich so lange abzuschleifen, bis von der eigenen Herkunft möglichst wenig übrigbleibt.

    Umso paradoxer ist es, dass wir uns ausgerechnet in einem privilegierten Land von unserer eigenen Kultur entfernen – in einem Land, das kulturelle Vielfalt so gerne zu seinem Selbstbild erklärt.

    Vielleicht nicht unbedingt zum Stadtbild. Aber das ist noch einmal ein eigenes Thema.

    Das Eigene hat Konjunktur

    Interessant wird es nämlich dort, wo man einen Blick auf die politische Realität wirft.

    Auch in Deutschland gelten traditionelle Familienbilder, Heimatverbundenheit oder konservative Vorstellungen keineswegs automatisch als modern. Gerade deshalb ist bemerkenswert, wie stark Parteien mobilisieren können, die Begriffe wie Heimat, kulturelle Identität, traditionelle Familie und den Erhalt des Eigenen wieder offensiv besetzen.

    Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erreichte die AfD zuletzt 43,8 Prozent. Die CDU kam auf 17,2 Prozent.

    Natürlich hat niemand ernsthaft 43,8 Prozent der Stimmen ausschließlich wegen eines Familienbildes oder wegen ein paar wohlklingender Begriffe wie Heimat und Tradition abgegeben. Ein solcher Zuspruch entsteht schließlich nicht im luftleeren Raum.

    Er zeigt jedoch eines sehr deutlich: Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Vertrautem, kultureller Identität und Kontinuität ist keineswegs irgendein exotischer Tick migrantischer Communities.

    So rückständig kann dieses Bedürfnis also offenbar nicht sein.

    Schließlich lässt sich damit ziemlich erfolgreich Politik machen.

    Was man nicht ständig erklären muss

    Dabei sind die Gründe, weshalb sich zwei Menschen aus demselben kulturellen Umfeld zueinander hingezogen fühlen, oft sehr viel komplexer, als das bequeme Schlagwort von der „Abschottung“ vermuten lässt.

    Nehmen wir allein die Sprache.

    Die Muttersprache ist nicht einfach nur das erste Kommunikationsmittel, das wir erlernen. In ihr werden wir getröstet, ausgeschimpft und zum ersten Mal beim Namen gerufen. In ihr entstehen Kindheit, Humor, Scham, Nähe und all die kleinen Zwischentöne, die sich zwar übersetzen lassen, aber eben nicht immer gleich anfühlen.

    Dass das nicht bloß Sentimentalität ist, zeigt auch die Forschung. Früh erlernte Sprachen können besonders eng mit autobiografischen Erinnerungen und Emotionen verbunden sein. Man kann eine zweite Sprache perfekt beherrschen und trotzdem merken, dass ein Satz der eigenen Großmutter in der Muttersprache etwas auslöst, das keine noch so korrekte Übersetzung erreicht.

    Am kurdischen Beispiel kommt noch ein signifikanter Punkt hinzu: Kurdisch war über Generationen eben nicht einfach nur eine Sprache unter vielen. In mehreren Staaten, in denen Kurden leben, wurde sie aus Schulen und Teilen des öffentlichen Lebens verdrängt, eingeschränkt oder politisch verdächtig gemacht.

    Viele lernten sie deshalb dort, wo sie ihnen niemand nehmen konnte: zu Hause. Von Eltern und Großeltern, zwischen Küche, Wohnzimmer und Familienbesuchen.

    Wer seine Muttersprache über Generationen bewahren musste, für den ist sie irgendwann mehr als Kommunikation. Sie wird Erinnerung, Zugehörigkeit und manchmal auch der Beweis, dass man noch da ist.

    Doch Vertrautheit entsteht nicht nur durch Worte.

    Loyalitäten, Erwartungen, Verpflichtungen und ein Familien-WhatsApp-Chat, der binnen fünf Minuten zur außenpolitischen Lage eskalieren kann, sind nicht unbedingt jedermanns Sache.

    Manchmal entsteht Nähe eben auch daraus, dass man nicht bei Adam und Eva anfangen muss. Dass der andere versteht, warum ein Anruf aus der Heimat plötzlich alles verändert, warum Familie bei uns selten nur „Mama, Papa, Kind“ bedeutet und weshalb bestimmte Orte, Lieder oder Nachrichten mehr auslösen, als eine nüchterne Übersetzung jemals vermitteln könnte.

    Natürlich kann auch ein Nicht-Kurde all das verstehen. Darum geht es überhaupt nicht.

    Aber vielleicht sollten wir aufhören, so zu tun, als wäre es verdächtig, wenn zwei Menschen sich gerade deshalb näherkommen, weil sie sich in bestimmten Dingen nicht erst gegenseitig eine Bedienungsanleitung für ihr Leben vorlesen müssen.

    Hier geht es immer noch um Emotionen, Anziehung, Vertrautheit und zwischenmenschliche Nähe.

    Mein Partner sollte kein Accessoire für einen möglichst progressiv kuratierten Instagram-Feed sein.

    Und ich werde sicher nicht anfangen, meine Bettkante ethnisch divers zu besetzen, damit irgendjemand mich für besonders open-minded hält.

    Tradition endet dort, wo Zwang beginnt

    Natürlich gibt es innerhalb kurdischer Familien Vorstellungen darüber, wen die eigenen Kinder heiraten sollen. Es wäre schlicht gelogen, das an dieser Stelle zu verleugnen.

    Sozialer Druck, Erwartungen und Grenzen sind dabei nicht zu unterschätzen. Dort, wo aus einer persönlichen Entscheidung eine familiäre Verpflichtung wird, muss man darüber sprechen.

    Tradition kann erklären, warum bestimmte Erwartungen existieren. Sie darf aber niemals als Rechtfertigung dafür dienen, einem Menschen die Entscheidung über das eigene Leben abzunehmen.

    Zwang bleibt Zwang – auch wenn man ihn Tradition nennt.

    Doch womöglich liegt hier noch ein anderes Problem: Wir betrachten unsere eigenen Traditionen zwangsläufig als hinterwäldlerisch, wenn wir alles Moderne, Fortschrittliche und Freie grundsätzlich nur außerhalb unserer eigenen Gesellschaft suchen.

    Modern? Ja bitte – aber nur bei den anderen.

    Statt die eigenen Strukturen zu hinterfragen und neu zu definieren, suchen wir Fortschritt lieber im Äußeren.

    Als müsste man die eigene Kultur verlassen, um sich zu entfalten, anstatt sie selbst mitzugestalten.

    Eine Gesellschaft entwickelt sich aber nicht weiter, wenn diejenigen, die sich für fortschrittlich halten, sie verlassen und anschließend von außen auf sie herabschauen. Fortschritt muss auch innerhalb der eigenen Kultur möglich werden.

    Sonst überlassen wir anderen irgendwann ganz selbstverständlich die Deutungshoheit darüber, was für uns modern, frei und fortschrittlich zu sein hat.

    Und vielleicht ist genau das so bequem: Fremde Maßstäbe lassen sich wesentlich leichter übernehmen, als die eigenen Strukturen mühsam zu verändern.

    Vielfalt bis zur Unkenntlichkeit

    Spätestens hier beginnt die ganze Vorstellung von Fortschritt, sich selbst zu widersprechen.

    Denn je lauter Individualität, Diversity und Wokeness beschworen werden, desto genauer scheint inzwischen die Schablone zu sein, in die ein moderner, aufgeschlossener Mensch passen soll.

    Was genau bleibt von Vielfalt übrig, wenn beim verzweifelten Versuch, möglichst individuell zu wirken, am Ende alle gleich aussehen, gleich denken und nach denselben Maßstäben leben?

    Ist es nicht lediglich eine hübsch etikettierte Einheitsmasse, die sich für Individualität hält?

    Manche von uns haben wohl einfach den Algorithmus mit der Realität verwechselt.

    In deiner Welt nennt man das vielleicht offen und modern.

    In meiner Identitätskrise und Selbstverleugnung.

    Freiheit, aber bitte nach Vorschrift

    Und hier schließt sich der Kreis.

    Ausgerechnet diejenigen, die Selbstbestimmung so gerne zur obersten Maxime erklären, werden erstaunlich bestimmend, sobald eine freie Entscheidung nicht ihrem Bild von Modernität entspricht.

    Einen Menschen für rückständig zu erklären, weil er sich freiwillig für einen Partner aus dem eigenen Kulturkreis entscheidet, ist schon bemerkenswert.

    Sich dabei gleichzeitig für fortschrittlich zu halten und ihm erklären zu wollen, wie eine moderne Partnerwahl gefälligst auszusehen hat, ist Rückständigkeit im progressiven Kostüm.

    Im Grunde lässt sich das auf einen Satz herunterbrechen:

    Es ist pure Assimilation unter dem Deckmantel moderner Selbstinszenierung.

  • Deutschland schaltet ab: Wenn Wahlkampf zur peinlichen Inszenierung verkommt

    Deutschland schaltet ab: Wenn Wahlkampf zur peinlichen Inszenierung verkommt

    Abertausende gehen seit geraumer Zeit gegen den Rechtsdruck in Deutschland auf die Straße und klopfen sich dabei gegenseitig mit einer moralischen Überheblichkeit auf die Schultern, als wäre ihr Auftrag auf Erden damit erfüllt. Dabei scheint dieses Land nur noch rechts oder links zu kennen – die Mitte hat quasi keine Relevanz mehr, für niemanden! Vor lauter politischer Korrektheit taumelt das Volk nur noch vor sich hin, als wäre es den Leuten völlig abhandengekommen, sich über die wahren Probleme dieses Landes zu echauffieren.

    • Altersarmut,
    • Fachkräftemangel,
    • die rezessionsgeplagte Wirtschaft,
    • der Bildungsnotstand oder
    • die mangelnde Gesundheitsversorgung?

    Alles Nebensache – interessanter scheint da nur, sich den nächsten großen Sündenbock ins Visier nehmen – vorzugsweise den ‚lästigen Parasiten‘ namens ‚Ausländer‘, um selbst nicht in den Spiegel schauen zu müssen.

    Der linke Sektor sollte sich jetzt aber nicht einbilden, viel besser zu sein – er nutzt ebenfalls nur die vermeintlich gescheiterte Migrationspolitik für seine Zwecke. Jetzt, wo endlich wieder Zeit für den Wahlkampf ist und die saisonbedingten Aufrufe nach „Intifada“ hinter ihnen liegen, kümmert sich die Partei wieder um ihr Steckenpferd: lautstarke Symbolpolitik, die großartig klingt – und an den eigentlichen Problemen konsequent vorbeischlittert.

    Während vor Kurzem noch Themen wie der Klimawandel ohrenbetäubend lautstark durch sämtliche Medien getrieben wurden, herrscht inzwischen nur noch das Klima des Fremdschämens. Man könnte fast glauben, in diesem Land stünde jeder in einer mentalen Warteschlange, geduldig darauf hoffend, als Nächster von der Verantwortung verschont zu bleiben. Eine Bevölkerung, der offenbar alles egal ist und die die Frage nach dem Migrationsproblem so behandelt, als wäre sie eine Quantenphysik-Gleichung, ist offenbar nicht mehr in der Lage, eins und eins zusammenzuzählen.

    Aber ist diese Gleichung wirklich so kompliziert? Oder ist sie nicht doch durchsichtiger als die billige Argumentation von Alice Weidel? Klingen die Worte der Politiker nicht alle längst wie auswendig gelernt – während das Volk dabei völlig vergessen hat, seine eigene Hauptrolle einzunehmen? Ja, hat diese Gesellschaft so kurz vor der Wahl wirklich den Verstand verloren? Wie kann es sein, dass ein Staat in der Lage ist, nach 6 Jahren einen Differenzbetrag von 1,62 Euro für das Finanzamt einzutreiben, aber bei scheinbar unzähligen illegalen, straffälligen Migranten, die glauben, im Film „The Purge“ gefangen zu sein, nichts unternimmt?!

    Wozu gibt es dann überhaupt Gesetze? Warum heißt es in so vielen Fällen, sie seien „durchs System gerasselt“? Wäre es nicht an der Zeit, genau dieses System selbst anzuprangern, anstatt pauschal jene zu verurteilen, die seit ihrer Ankunft nichts anderes tun, als zu arbeiten und Teil dieses Landes zu werden? Ob Hans-Dieter bewusst ist, dass „blau“ zu wählen am Ende auch ein blaues Wunder beschert – ohne Papa Staats Hilfe und ohne das günstige Gemüse von Mustafa, dessen Vater vermutlich schon als Gastarbeiter hier gearbeitet hat.

    Manchmal wünscht man sich glatt diese „glorifizierte Alternative“ an der Regierungsspitze, um dann schadenfroh zuzusehen, wie sich dieses Volk selbst in die Misere reitet, während nach und nach ihre gesamte Partei entzaubert wird. Ganz wie das politische Pendant zur Kutsche von Aschenputtel – am Ende bleibt nur ein zermatschter Kürbis.

    Das Problem an der ganzen Sache ist, dass wir alle im selben Boot sitzen, und genau das macht es so tragisch: Während wir über die geflohenen Bootsinsassen richten, lassen wir das eigene, längst leckgeschlagene Gefährt weiter sinken. Was bleibt, ist die Frage, ob wir je begreifen werden, wie absurd diese Inszenierung ist – und wann wir endlich jenen Wahnsinn beim Namen nennen, der uns in unserer eigenen Selbstgefälligkeit gefangen hält.

  • Das  F – Wort

    Das  F – Wort

    Erregend, verletzend und provozierend

    Beleidigungen existieren

    Um andere zu diskreditieren

    Ein Sprichwort besagt: „Wenn der Teufel machtlos ist, dann schickt er eine Frau.“

    Das klingt ziemlich rau

    Doch so wird sie gesehen, die Frau

    Sei nicht beleidigt, es ist nur ein Sprichwort

    Und das bedeutet schließlich nicht sofort

    Es sei ein Schimpfwort

    „Ich hoffe, du wirst als Frau in deinem nächsten Leben wiedergeboren.“

    So lautet eine hinduistische Beleidigung, völlig unverfroren

    Es ist eine andere Bezeichnung für: Du sollst in der Hölle schmoren!

    Sei nicht beleidigt, es ist nur die Angst vor Frauen

    Da es Männer gibt, die sich selbst nicht über den Weg trauen

    Ihnen fehlt einfach nur das Vertrauen

    Frauen werden verhüllt oder zur Schau gestellt

    Es geht nicht darum, was ihr gefällt

    Sondern wie sie sich dabei verhält

    Sei nicht beleidigt, sie wollen dich einfach nur schützen

    In erster Linie vor dir selbst und glauben, dass sie es müssten

    Auch wenn es sich eher so anfühlt, als würde man dich die Klippe runterstürzen

    Es heißt: Kleider machen Leute

    Doch manchmal machen sie Frauen für Männer zur vermeidlich leichten Beute

    Bloß nichts Auffälliges tragen, sonst reden noch die Leute

    Zu viel oder zu wenig Stoff, das ist hier die Frage

    Warum darf ich als Frau nicht selbst entscheiden, was ich trage?

    Oder immer schön aufpassen muss, darauf was ich sage

    Sei nicht beleidigt, du sollst einfach nicht die Aufmerksamkeit auf dich lenken

    Aufmerksamkeit soll man dir von alleine schenken

    Aber du solltest dein Blick stets dabei senken

    Wenn es ihnen nicht gefällt, nennen sie uns Schlampe, Hure, Nutte, Fotze

    „Selbstschuld, wenn dir andere Typen ständig hinterher glotzen!“

    Dieses Argument wird akzeptiert und das ist zum Kotzen!

    Du darfst nicht provozieren, verletzten oder laut sein

    Du darfst nicht wütend, sauer oder emotional sein  

    Du bist eine Frau, allein deshalb musst du schon still sein

    Sei nicht beleidigt, so ist es nun mal vorgesehen

    Du musst gut aussehen, arbeiten gehen,

    Und bloß keinen Fehler begehen

    Auch wenn du das Gefühl hast, manchmal daran zu ersticken

    Solltest du immer lächeln und zustimmend nicken

    Aber nicht zu viel, sonst möchte man dich nur f…

    Provokation, Beleidigung oder Schimpfwort?

    Du glaubst zu wissen, was es ist, das F-Wort?

    ‚Frau‘ ist das Passwort

  • Das Brautsyndrom des 21. Jahrhunderts

    Das Brautsyndrom des 21. Jahrhunderts

    Früher haben sich Menschen diskret verlobt und anschließend eine Hochzeit nach Ihrem Ermessen gefeiert. Heute ist das alles etwas anders. Der aufsehenerregende Antrag wird filmreif per Smartphone-Kamera im richtigen Winkel und perfektem Licht, natürlich ganz zufällig, spontan und total unvorhersehbar, aufgenommen. Dieser überaus intime Moment wird dann nicht selten mit der ganzen Welt geteilt. Gott bewahre, wenn nicht alle Menschen in ihrer Umgebung nicht völlig durchdrehen und kein Orgasmus ähnlichen Freudenschrei von sich geben, wenn die Braut verkündet, dass sie bald heiraten wird. Das wäre auch alles in Ordnung, wenn diese Kandidaten nicht das eigentliche aus den Augen lassen würden. Das Leben nach der Hochzeit mit einem Menschen, der sie für den Rest ihres Lebens begleiten wird und die Tatsache, dass auch dieser Tag irgendwann vorbeigeht. 

    Das Braut-Dasein = Hysterikerin 

    Eine ehrliche Reaktion oder Meinung wird die Beziehung zu der Braut für immer zerstören. Es klingt vielleicht zu überspitzt, aber das Verhalten einer zukünftigen Braut ähnelt oft einer gravierenden Persönlichkeitsstörung. Das einzige Heilmittel scheint die Hochzeit zu sein. Sie vergessen, dass sich die Erde nicht um ihr weißes Kleid oder die ihrer Hochzeitskarten dreht. Es ist auch völlig egal, dass sie Menschen verletzten oder anschreien, die bspw. ihr Leben gerettet hat, weil Sie von dieser Person aus einem brennenden Haus gerettet wurde. Das ist bis zu dem Augenblick nicht mehr der Rede wert. Warum das so ist? Denn Sie ist nicht mehr eine Freundin, Schwester, Mutter oder Cousine – NEIN, Sie ist DIE BRAUT! 

    Alles kann und wird gegen den Single verwendet werden 

    Falls jemand auf die fatale Idee kommt tatsächlich seine Meinung zu äußern, dann wird es als purer Neid ausgelegt! Es kann nicht damit zusammenhängen, dass man das Beste für diesen Menschen will oder es womöglich berechtigte Zweifel gibt. Diese Vorverurteilung muss man besonders als Single so hinnehmen. Das ist auch nicht diskutierbar. Es wäre sogar akzeptabel, wenn die eigene Entscheidung, sich nicht auf einen dauerhaften Partner einzulassen, genauso toleriert werden würde. Dies ist aber nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, das wird in Form von Mitleid seitens der Brautzillas ausgedrückt. Wie ein störender Pickel, auf einer makellosen Haut, wird diese Tatsache als Problem angesehen, welches behoben werden sollte. Das ist mit einer der Gründe, warum man gezwungen ist, dieses Theater mitzumachen. Kein Mensch möchte als missgünstig, neidisch oder einsam angesehen werden.

     „Ich bin nicht so eine“

    Am schlimmsten sind im Übrigen die Bräute, die sagen: „Ich bin nicht so eine, ich bin ganz anderes als andere Bräute.“ Anfangs können sie noch klar denken, aber früher oder später ist bei denen auch Hopfen und Malz verloren. Alles muss individueller, besser und moderner sein, als alles, was es je in der Hochzeitswelt jemals existiert hat. Sie wollen alle das Rad neu erfinden. Trotz dessen wird komischerweise jedes Klischee in ihrer ganz eigenen und originellen Art umgesetzt. Schließlich möchte man ja immer noch „anders“ sein. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass die Hochzeitsbranche jährlich über 40 Milliarden Euro Gewinn macht, mit diesen heiratswilligen Bräuten, die bereit sind Unsummen auszugeben, nur damit die Namen des Brautpärchens auf jeder Servierte, Tischdeckchen oder Kärtchen bedruckt wird. Nur für den Fall, dass die Gäste vergessen, wie das Hochzeitspärchen heißt. So als würde man auf der eigenen Party unbedingt überall sein Revier markieren wollen.

    Der schönste Tag im Leben 

    Jetzt mal Hand aufs Herz, wenn die Hochzeit der schönste Tag im Leben ist, bedeutet das nicht zwangsläufig im Umkehrschluss, dass alles andere im Leben nie dieses Ereignis übertreffen könnte? Es wird im Vorfeld ein völlig utopisches Bild in den Köpfen der Bräute eingebrannt, weil es ja sonst nichts in ihrem Leben geben wird, was ansatzweise jemals so gewürdigt werden kann, wie die Hochzeit. Das ist nicht nur antifeministisch, sondern auch gelogen, oder besser gesagt traurig. Traurig, dass nie ein Diplom, eine Auszeichnung oder eine andere herausragende Leistung immer im Schatten der Hochzeit stehen wird. Was sind schon 4–10 Jahre Ausbildung, Studium oder Forschung, gegen eine Hochzeit? Genau das vermittelt die Gesellschaft allen Frauen und Mädchen. Vermutlich muss das so vermittelt werden, damit die Frau glaubt, dass dies das höchste ist, was sie erreichen kann und nicht auf die Idee kommt irgendwas anderes von ihrem Leben haben zu wollen. 

    Die Feierwürdigen-Lebensentscheidungen 

    Trotz all dem, möchte man sich für die Freundin, den Freund, der Cousine oder Schwester freuen, wohl wissend, dass sich vieles ändern wird. Eine Lebensentscheidung, die jemand für sich trifft, muss akzeptiert werden, da jeder Mensch nur dieses eine Leben hat. Sei es eine Verlobung, eine Hochzeit oder ein Baby zu bekommen, aber warum muss sich dieser Mensch, der sich gegen eine Verlobung, eine Ehe oder ein Kind entschlossen hat, nicht auch gefeiert werden? Wo ist die „Gut, dass du Schluss gemacht hast – Feier“ oder „Yuhu, du bist nicht schwanger – Party? Singles haben in ihrem Leben viel Zeit und Geld für all diese Feierlichkeiten ihrer verheirateten Freunde oder Verwandte ausgegeben, wann sind die Singles dran? Oder dürfen sie gar nicht erst sowas erwarten, weil sie gefälligst auch heiraten müssen? Menschen sind verschieden, nicht jedes Ereignis in unserem Leben wird gleich gut oder schlecht aufgefasst. Also hört auf in euren individuell ausgesuchten elfenbeinweißen Kleidern und dem Schleier, der eure Sicht auf die Realität verfälscht, traurig auf Singles herabzublicken. Abgesehen davon bin ich der festen Überzeugung, dass der Brauch, die Namen der ledigen Freundinnen auf die Sohle der Braut zu schreiben, falsch verstanden wurde. Sie werden nicht aufgeschrieben, damit der Name, der als erstes verblasst, die nächste ist, die heiratet, sondern diejenigen, die aus dem Leben der Braut nach und nach verblassen werden. 

    Ab wann wurde aus du und ich, ihr und ich? 

    Es gibt wenig verheiratete Paare, die nach der Eheschließung immer noch sie selbst geblieben sind. Als wäre das ein ungeschriebenes Gesetz, kein Individuum mehr sein zu dürfen. Aber was bedeutet Ehe eigentlich? Vielleicht weil man sich ein Versprechen vor „Gott“, dem Standesamt und der Familie gibt? Das sind nicht zwangsläufig Menschen, die man liebt. Im Prinzip heißt das doch, dass dieses „Versprechen“ vor dem eigentlichen Menschen, die man liebt, weniger bedeutet, da es nicht vor einem Beamten, Priester oder Imam ausgesprochen wurde. Letztendlich ist es auch nur ein Stück Papier, dass dir bestätigt, dass man nun auch rechtlich an jemanden gebunden ist. Das ist scheinbar für einige Paare ein Grund nicht mehr Sie selbst zu sein, sondern nur noch ein Wir. Hier stellt sich die Frage, ab wann wurde aus du und ich, ihr und ich? 

  • Schwerbehinderte Beziehungen

    Schwerbehinderte Beziehungen

    Es war Platon, der sagte: „Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit.“ Also im Prinzip eine Art Behinderung. Google zufolge ist die Definition für ‚behindert‘ nämlich: „Infolge einer körperlichen, geistigen oder seelischen Schädigung beeinträchtigt.“ Passt eins zu eins auch auf Menschen, die verknallt sind. Im Grunde auch nur ein anderes Wort für ‚einen Knall‘ haben. Eigentlich sollte man ja sich vor Leuten, die einen Knall haben, etwas in Acht nehmen! Aber viele fürchten sich vor etwas ganz anderem.

    Es gibt drei große Szenarien, vor dem fast jeder Mensch panische Angst hat:

    1. allein sterben, 
    2. in eine finanzielle Misere zu fallen,
    3. krank werden, oder aufgrund eines Unfalls eingeschränkt sein.

    Ich als Rollstuhlfahrerin verkörpere in den Augen vieler Leute genau das. Alle Ängste vereint in einer Person. Viele glauben, dass Menschen mit Behinderung finanziell sehr schlecht dastehen (bzw. sitzen), weil sie ihre Wohnungen, Fahrzeuge etc. behindertengerecht umbauen müssen, oder andere spezielle Hilfsmittel brauchen. Wie viel kann da noch übrigbleiben? Dann kommt noch die Tatsache, dass man als Rollstuhlfahrer ständig auf Hilfe und Aufzüge angewiesen ist. Scheinbar sind einige Menschen der Meinung, dass das persönliche Lebensglück damit zusammenhängt, ob man Treppensteigen oder ein Marathonläufer werden kann. Folglich kann man mit all diesen Problemen auch kein Partner finden. Der wird nämlich automatisch als Pfleger assoziiert. 

    ‚Einbildung ist auch eine Behinderung‘

    Sobald ich irgendein Punkt davon überlistet habe, fühlt es sich so an, als hätte ich es der ganzen Welt gezeigt. Und genau das ist hochkant FALSCH! Man sollte meinen, dass ich über den Punkt hinaus wäre. Aber nach gewissen Erfahrungen, wir einem immer wieder bewusst, dass man selbst das größte Problem mit der eigenen Behinderung hat und nicht die anderen. 

    Kompromissbereitschaft 

    Während alle anderen Menschen befürchten sich mit dem Corona-Virus anzustecken, hatte ich mich in den letzten Monaten mit Monogamie angesteckt. Die Sicherheitsvorkehrungen waren fast dieselben. Ich war freiwillig in Quarantäne, habe nicht mehr viel aus mir gemacht und wenn ich raus ging, hatte ich eine unsichtbare Maske auf, damit niemand merkt, dass ich eigentlich unzufrieden war. Abgesehen davon, verwandelte mich in eine Art Kindermädchens für den großen Jungen an meiner Seite. Ständig ertappe ich mich dabei, wie ich solche Fragen stellte, wie: „Hast du heute genug gegessen? Bist du gut zuhause angekommen? Soll ich lieber zuhause bleiben?“ Das einzige, was ich nicht getan habe, ist ihn auf den Schoß zu nehmen, um ihn ein Bäuerchen zu entlocken! 

    Selbsttreue 

    Der innere Antrieb von mir war weg. Ich schob alles auf den unschuldigen Virus, der schließlich die ganze Welt lahmgelegt hatte und glaubte, dass ich deshalb nicht mehr viel mit meinem alten Leben zu tun hatte. Es ist normal, dass man in einer Beziehung nicht mehr so „aktiv“ ist und sich ein wenig verändert. Beziehungen sind zwangsläufig eine Kette von Kompromissen. Aber wie viel von unserem selbst dürfen wir dem anderen opfern, bevor wir aufhören wir selbst zu sein?  Kann man sich selbst treu sein, wenn man mit jemanden zusammen ist?

    Der Kampf gegen sich selbst

    Bei jedem Konflikt mit dieser Person, die neuerdings seine Zeit mit mir verbrachte, fragte ich mich, ob es wert war über gewisse Dinge zu diskutieren. Aus irgendeinem Grund nahm ich vieles einfach so hin. Ich glaube, dass ich einfach keine Lust auf unnötige Diskussionen hatte. Zumindest redete ich mir das ein. Es war einfach das zu glauben, als das was ich im tiefsten Inneren wusste und nicht zugeben wollte. Ich ging viele Kompromisse ein, weil ich dachte: „Er ist zwar nicht das, was ich schon immer haben wollte, er kann mich auch nicht wirklich verstehen und hat kaum eine Ahnung von meinen eigentlichen Interessen, ABER er akzeptiert mich ja wie ich bin – mit meinem Rollstuhl.“ Das ist der eigentlich tragische Gedanke, den ich ignorieren wollte.

    Anziehen und verziehen!

    Doch genau das, war was mich überhaupt an diesem Menschen als anziehend empfand. Es muss etwas Besonderes in ihm stecken, sodass er mich ausgewählt hat. Ja, ich weiß, es klingt sehr nazistisch, jemand gut zu finden, weil er mich gut findet, aber ich bin nur ehrlich. Trotz allem konnte ich mich nicht länger vor der Wahrheit verstecken und fing mit den Corona-Lockerungen an, auch locker über gewisse Konflikte zu reden. Dabei bemerkte ich immer wieder, dass er nur das mochte, was aus mir geworden ist und nicht wer ich bin. Das war vermutlich auch der Grund, warum er sich ziemlich erbärmlich verzogen und im Anschluss sein wahres Gesicht immer mehr präsentierte.  

    Die Erkenntnis 

    Als alles vorbei war, fühle ich mich so frei und fragte mich ich was zum Teufel mich geritten hatte? Alle Attribute, die ich mir für mein Partner vorgestellt habe, waren so gut wie nicht vorhanden. Wenn es um Selbstständigkeit ging: Ich habe meine Wünsche und Träume nie von einer Person abhängig gemacht. Er schon. Was meine Behinderung angeht: Ich habe mich so gut es geht mit dieser Tatsache abgefunden, dass ich gewisse Dinge nicht tun kann bzw. neue Alternativen für mich finde. Aber er nicht und das Schlimmste war, er hatte Angst vor nahezu allem was irgendwie neu ist. Abgesehen davon auch kaum bereit für Spontanität und zu allem Übel abhängig von mir. In jeder Lebenslage! Alle Eigenschaften die man mir als Rollstuhlfahrerin unterstellte, hatte er eigentlich. Diese Erfahrung hat mich wieder das erkennen lassen, was ich ständig anderen vorpredige. Kein Partner auf dieser Welt (und mag er noch so „großartig“ sein), ist es wert so viele Kompromisse einzugehen. Ich bin lieber Single und zufrieden, als eine Beziehung zu führen, die mich unglücklich macht.

    Beziehungsmärchen 

    Frau suchen ständig den Fehler zuerst bei sich selbst. „Wie konnte ich so dumm sein? Warum habe ich es nicht früher bemerkt usw.“ Vielleicht ist das auch der Grund warum wir Märchen lieben. In vielen Mädchen möchte die weibliche Hauptfigur gerettet werden. Der Märchenprinz muss kommen, damit wir aus einem Schlaf erwachen, als dem Turm befreit oder vor der Bösen Stiefmutter gerettet werden. Schneewittchen hätte einfach kein Obst von einer Fremden annehmen sollen. Rapunzel hätte ihr Haar irgendwo fest machen können, daran runter klettern und dann die Haare abschneiden können. Aschenputtel hätte mit ihren Vögeln und Mäusen eine Schneiderei eröffnen können und mit dem Geld ausziehen können, aber NEIN – Es wird kleinen Mädchen eingeredet, dass ein Mann in diesen ganzen Geschichten nötig, um die Prinzessin zu befreien.  Das einzige Märchen, welches tatsächlich Sinn macht ist „Hans im Glück“ – Komischerweise auch das einzige Märchen, in dem es nur um ein Jungen geht. Mir kommt grade der Gedanke, ob Hans im Glück vielleicht der Vorreiter von Fightclub war? Wie dem auch sei, eigentlich möchte ich nur damit sagen, dass viele Frauen im Prinzip vor sich selbst gerettet werden wollen. Vor ihren eigenen Zweifel, Pessimismus und manchmal auch Wahnsinn. Aber kein emotionaler Ballast kann weg gezaubert werden von einem Möchtegern Märchenprinz, mit Hipster Bart und Skinnyjeans. Das können nur wir Frau selbst.  

    Verstecke und offensichtliche Behinderungen   

    Als Rollstuhlfaherin verkörpere ich vielleicht alle Ängste, die viele Menschen haben. Paradoxerweise agieren wir Rollstuhlfahrer für die Gesellschaft aber auch als rollende Motivationstrainer. Frei nach dem Motto: „Wenn die Rollstuhlfaherin das schafft, schaff ich das auch.“ Was nicht stimmt, aber das ist ein anderes Thema. 

    Fakt ist, dass mein Defizit auf dem Servierteller präsentiert wird. Das unfaire an der Sache ist, dass man die Defizite bei anderem Menschen nicht sofort erkennen kann. Erst nach Monaten erkannte ich, dass diese Person ein energiesaugender Kleptomane, eifersüchtiger Schizophrener und emotionaler Legastheniker war. All diese „Behinderungen“ hätte ich gerne auch beim ersten Blick erkannt. Mein heimlicher Traum war es irgendwann ein Artisten an meiner Seite zu haben, doch stattdessen bekam ich einen Autisten. Zwar glauben viele Leute, dass ich ein Scherz mache, wenn ich sage: „Bitte besorg dir eine Behinderung, die man sehen kann, damit andere vorgewarnt sind. Schließlich bin ich auch so fair.“ Aber bei einigen Menschen ist das völlig ernst gemeint. Entweder mag man jemanden so wie er ist, oder man lässt es einfach sein. – Egal ob nun behindert ist, oder nicht, Kompromisse sollten beide Partner gleichermaßen eingehen und nicht der eine mehr oder der andere weniger. Wenn es in eurer Beziehung so ist, dann lasst es und sieht ein, dass ihr in einer behinderten Beziehung gefangen seid!

  • Es ist soweit – Mein erstes eigenes Buch ist erschienen!

    Es ist soweit – Mein erstes eigenes Buch ist erschienen!

    Viele, die mich kennen, wissen, dass ich seit langem an diesem Projekt arbeite und ich oft daran gedacht habe alles abzubrechen. Doch nun halte ich es in der Hand und bin stolz, dass es tatsächlich fertig ist. 

    Dieses Buch wurde aus mehreren Perspektiven beschrieben und nimmt nicht nur Bezug auf den Syrienkrieg oder Flüchtlingskrise, sondern in erster Linie um den Umgang mit Verlusten. 

    • Verlust von Menschen 
    • Verlust des Heimatgefühles
    • Verlust der Hoffnung 
    • Verlust der eigenen Überzeugungen 

    Und die daraus resultierende zentrale Frag ist: Wer bin ich, wenn ich all das nicht mehr habe und wer war ich, als ich all das noch hatte?

    Fall das Interesse geweckt wurde, sind hier die Links, um das Buch online erwerben zu können:

    https://www.amazon.de/dp/371034297X/ref=cm_sw_r_cp_api_i_W9yVDbR01S0AV

    http://www.united-pc.eu/buecher/biografie-politik-zeitgeschichte/geschichte-biografie/wer-du-warst-wer-du-bist.html

    https://www.thalia.de/shop/home/suggestartikel/ID145805874.html?sq=Wer%20du%20warst,%20wer%20du%20bist&stype=productName

    Informationen zu den künftigen Lesungen werde ich noch bekannt geben. 

    Viel Spaß beim Lesen 😉